Die Optik Ott AG aus Sarnen hat ein Behelfsvisier auf den Markt gebracht, um einen Beitrag zur Bekämpfung gegen Corona zu leisten. Das Visier besteht aus einer Kunststoffscheibe, die am Kopf befestigt wird und das Gesicht bedeckt. Ein Elastikband sorgt dafür, dass die Vorrichtung an unterschiedliche Kopfgrössen angepasst werden kann. «Die Grundidee war, dass wir wieder zurückwollen zum Alltag», sagt Jens Singer, Geschäftsführer der Optik Ott AG. «Wir wollen einen Beitrag leisten, das Infektionsrisiko zu verkleinern.»

Die Vorrichtung sei auch für Brillenträger nutzbar. Sie sei so gestaltet, dass sie möglichst nicht beschlägt und auch ein Mund- und Nasenschutz verwendet werden kann. «Zusätzlich ist es eine physische Barriere gegen das Berühren des Gesichts mit der Hand», erklärt Jens Singer. Zum Trinken oder Essen beispielsweise muss man das Visier abnehmen.

Alle Einzelteile kommen aus der Region

«Wir haben recherchiert, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt, sich und andere vor dem Virus zu schützen», sagt Jens Singer. «Im Internet sind wir auf einen deutschen Arzt gestossen, der selbst ein Behelfsvisier gebastelt und eine Anleitung zur Verfügung gestellt hat. Wir haben uns daran orientiert und haben begonnen es nachzubauen.» In der Phase des Lockdowns ist es schwierig, die Bauteile zu besorgen, um Prototypen zu erstellen. «Es war eine spannende Zeit», so Singer. Es sei dem Optikgeschäft auch wichtig gewesen, etwas zur entwickeln, das sofort verfügbar ist. «Es gibt bestimmt industriell gefertigte Visiere, auf die man aber womöglich länger warten muss. Das war eine weitere Überlegung», ergänzt der Geschäftsführer.

Die Visiere werden komplett per Handarbeit hergestellt. Die Mitarbeiter der Optik Ott AG schneiden die Einzelteile zu und verkleben sie so, dass das Visier passt. «Alle Einzelteile sind aus der Region von ansässigen Händlern», betont Jens Singer und weist darauf hin, dass das Produkt auch eher für die lokale Bevölkerung gedacht sei. «Es ist keine neue Geschäftsidee. Wir sind Optiker und leben von der Optometrie, den Brillen und den Kontaktlinsen. Es ist nur eine Massnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus, wir wollen etwas dazu beitragen.» Der Preis von 20 Franken ist kostendeckend.

Aus vielen Branchen wird Interesse signalisiert

Viel Interesse besteht derzeit von Coiffeur-Salons, die wieder offen haben. «Aber auch aus anderen Bereichen wie der Logopädie gibt es Interessenten. Im Allgemeinen interessiert sich ein breites Spektrum von Personen für das Produkt», freut sich Jens Singer.

Das Behelfsvisier ist seit dem 16. April auf dem Markt. «Die Tendenz der Nachfrage ist steigend. Ich gehe davon aus, dass das Interesse noch grösser wird, wenn die Geschäfte wieder öffnen», sagt Singer. «Der Abstand muss natürlich weiterhin eingehalten werden. Unser Produkt ist einfach ein zusätzliches Schutzelement.»